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Gab es einen „italienisch-paulistanischen“ Dialekt? Eine Studie enthüllt den Einfluss der Italiener in São Paulo.

Verstehen Sie, warum der Begriff „italienisch-paulistaischer Dialekt“ im 20. Jahrhundert in São Paulo entstand und wie er die Identität italienischer Einwanderer kennzeichnet.

Gab es einen italienisch-paulistischen Dialekt? Eine Studie zeigt, wie die Italiener die Sprache in São Paulo beeinflusst haben.
Gab es einen italienisch-paulistischen Dialekt? Eine Studie zeigt, wie die Italiener die Sprache in São Paulo beeinflusst haben.

In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts war São Paulo stark von der italienischen Bevölkerung geprägt. Stadtteile wie Brás, Mooca und Bexiga beherbergten Tausende von Einwanderern, die durch den Austausch mit der einheimischen Bevölkerung und untereinander verschiedene Kommunikationsformen entwickelten, beeinflusst von unterschiedlichen italienischen Dialekten und dem Portugiesischen. In diesem Kontext entstand der Begriff „italienisch-paulistaischer Dialekt“.

Ein Artikel veröffentlicht in Italienisches Magazin, von der Universität São Paulo (USP), unterzeichnet von Giliola Maggio e Rafael Cesar ScabinDie Studie analysiert die Verwendung dieses Begriffs im Laufe der Zeit. Die Autoren kommen zu dem eindeutigen Schluss: Der sogenannte italo-paulistanische Dialekt stellt weniger eine reale Form gemeinsamer Sprache dar, sondern vielmehr eine symbolische und identitätsstiftende Konstruktion, die oft auf literarischen Karikaturen wie der Figur Juó Bananére basiert.

Auf den Straßen sieht man mehr Italiener als Portugiesen.

Zu Beginn des letzten Jahrhunderts war es in São Paulo üblich, auf den Straßen, Märkten und in den öffentlichen Verkehrsmitteln mehr Italienisch als Portugiesisch zu hören. Neu angekommene Einwanderer sprachen hauptsächlich Italienisch. regionale Dialekte ItaliensViele hatten Schwierigkeiten, Portugiesisch zu lernen, während andere schnell begannen, Elemente der beiden Sprachen zu vermischen.

Dieser Kontakt führte zur Entstehung hybrider Sprachformen, aber nicht unbedingt zu einer stabilen Sprachvarietät. Laut der Studie existierten Interlanguages, also individuelle und vorübergehende Kommunikationsformen, die von Lernenden einer neuen Sprache entwickelt wurden.

Juó Bananére und die Konstruktion eines „Dialekts“

Die Festigung der Idee eines „italienisch-paulistischen Dialekts“ ist maßgeblich der Popularität von Juó Bananére, dem Pseudonym von Alexandre Marcondes Machado, zu verdanken. Seine humorvollen Texte wurden in der Zeitschrift veröffentlicht. die GöreSie ahmten einen portugiesischen Akzent mit starkem italienischem Einfluss in einem parodistischen und karikaturhaften Ton nach.

Im Laufe der Zeit wurde dieser Stil mit der Sprechweise der Italiener in São Paulo in Verbindung gebracht. Laut Forschern ist es jedoch unzutreffend, diese literarischen Darstellungen als getreue Aufzeichnungen der Alltagssprache der Einwanderer zu betrachten.

Alexandre Marcondes Machado, der die Figur Juó Bananére in dem Magazin kreierte und verkörperte. die Göre.

Die Studie zeigt, dass der sogenannte italo-paulistanische Dialekt tatsächlich eine literarische Schöpfung war, die als Stilmittel zur Satire auf gesellschaftliche Typen der damaligen Zeit eingesetzt wurde. Obwohl er auf Aspekten der Realität basierte, war der Sprachgebrauch von Figuren wie Juó Bananére eher mit Gesellschaftskritik als mit linguistischer Dokumentation verbunden.

Zeitgenössische Autoren verwendeten unterschiedliche Begriffe für diese Sprache: „Brás-Sprache“, „makaronisches Portugiesisch“, „Mischsprache“ und sogar „italienisch-paulistaischer Salat“. Die Klassifizierung als „Dialekt“ wurde aufgrund des Erfolgs der Figur immer häufiger verwendet.

Konstruktion von Andersartigkeit

Die Studie analysiert auch, wie der Begriff dazu kam, Identitätsunterschiede zu kennzeichnen. Die Art und Weise, wie Italiener, insbesondere die ärmsten Süditaliener, sprechen, wurde zu einem Symbol des „Anderen“, das als exotisch oder minderwertig wahrgenommen wird.

In den in São Paulo erscheinenden italienischsprachigen Zeitschriften wurden Juó Bananéres Darstellungen derweil kritisiert. Die Texte wurden als Verhöhnung von Italienern, die versuchten, Portugiesisch zu sprechen, und nicht als Würdigung der italienisch-brasilianischen Identität verstanden.

Fragmentiertes Erbe und kollektive Identität

Schließlich hebt die Studie hervor, dass im Gegensatz zu Regionen im Süden Brasiliens, wo die Talian (Sprachvarietät basierend auf dem Venezianischen)In São Paulo fehlten Zeit und Voraussetzungen für die Entstehung eines neuen Dialekts. Die rasche Integration der Italiener, die regionale Vielfalt und die Präsenz des Portugiesischen als dominierende Sprache verhinderten die Bildung einer gemeinsamen Mischsprache.

Der sogenannte „italienisch-paulistische Dialekt“ war daher eher eine soziale und literarische Repräsentation als eine Sprache, die von einer Gemeinschaft gemeinsam gesprochen wurde.

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