Der Tourismus, einer der symbolträchtigsten Wirtschaftszweige Italiens, gehört zu denjenigen, die pro Beschäftigtem die geringste Wertschöpfung in der italienischen Wirtschaft generieren. Dies geht aus einer Analyse auf Basis von Eurostat-Daten aus dem Jahr 2023 hervor. Demnach lag die durchschnittliche Wertschöpfung im Tourismus bei lediglich 27.800 Euro pro Beschäftigtem. Der nationale Durchschnitt ist mit 63.200 Euro mehr als doppelt so hoch.
Der produktivste Sektor war der Energiesektor mit 385.700 € pro Beschäftigtem. Es folgten die pharmazeutische Industrie (167.800 €), die chemische Industrie (121.400 €), die Automobilindustrie (113.500 €) und die Luft- und Raumfahrtindustrie (103.100 €). Alle diese Werte liegen deutlich über dem nationalen Durchschnitt.
Der geringe wirtschaftliche Beitrag des Tourismus spiegelt tieferliegende strukturelle Probleme wider. Trotz der hohen Arbeitsbelastung stagniert die Produktivität in Italien. Die Produktion pro Einheit Kapital und Arbeit ist seit 1980 um etwa 11 % gesunken, obwohl die Italiener mehr Stunden arbeiten als der europäische Durchschnitt.
Wertschöpfung pro Beschäftigten in Italien (2023)
Einheit: in Euro
Nationaler Durchschnitt: 63.200
Sektoren mit der höchsten Wertschöpfung:- Energie: 385.700
- Pharmazeutische Herstellung: 167.800
- Quimica: 121.400
- Automobil: 113.500
- Luft- und Raumfahrt sowie Transportwesen: 103.100
- Elektronik: 89.800
- TIC: 85.000
- Wissenschaftliche Suche: 75.600
- Rechts- und Buchhaltungsdienstleistungen: 52.700
- Tourismus: 27.800
Quelle: Eurostat, zusammengestellt von Nazareno Lecis
Kleine Unternehmen dominieren, produzieren aber weniger.
Die italienische Unternehmenslandschaft besteht fast ausschließlich aus kleinen Betrieben. Rund 99 % der Unternehmen sind kleine oder mittlere Unternehmen (KMU), 94 % davon Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten. Obwohl sie einen erheblichen Anteil am BIP haben, erwirtschaften diese Unternehmen weniger Wertschöpfung als mittlere und große Konzerne, die allein für ein Drittel der italienischen Wertschöpfung verantwortlich sind, obwohl sie nur 0,1 % des Gesamtvolumens ausmachen.
Dieses Szenario hat auch seine Wurzeln in der Unternehmenskultur. Laut OECD-Daten sind 85 % der italienischen Unternehmen in Familienbesitz, was in der Regel eine konservativere Unternehmensführung mit geringerer Risikobereitschaft und geringeren Investitionen in Innovationen bedeutet.
Die Digitalisierung kann dazu beitragen, die Stagnation zu durchbrechen.
Mangelnde Produktivität hängt nicht allein von der Unternehmensgröße ab. Faktoren wie technologischer Rückstand, Bürokratie und geringe Investitionen in Weiterbildung tragen ebenfalls zur schwächelnden Wirtschaft bei.
OECD-Studien zeigen, dass kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die fortschrittliche digitale Technologien wie künstliche Intelligenz und E-Commerce-Tools einsetzen, ihre Produktivität um bis zu 15 % steigern können. Die technologische Modernisierung gilt als einer der einfachsten Wege für kleinere Unternehmen, effizient zu wachsen.
Analysten zufolge geht es darum, die Stagnation zu überwinden Italienische Wirtschaft Es erfordert das Bewusstsein für die Hindernisse, strategische Planung und die Überwindung der Stagnation, die das Potenzial des Landes seit Jahrzehnten eingeschränkt hat.
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