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Staatsbürgerschaft

Ein Gericht in Rom prüft die Rechtmäßigkeit der „Staatsbürgerschaft durch Gesetz“.

Die Anhörung am kommenden Mittwoch (12.) könnte die Zukunft der italienischen Staatsbürgerschaft für im Ausland geborene Minderjährige bestimmen.

Fassade des Verwaltungsgerichts der Region Latium (TAR Lazio) in Rom, wo die öffentliche Anhörung zu Ministerialerlass 26185 stattfand, der sich mit der italienischen Staatsbürgerschaft für Minderjährige befasst.
Fassade des Verwaltungsgerichts der Region Latium (TAR Lazio) in Rom, wo die öffentliche Anhörung zu Ministerialerlass 26185 stattfand, der sich mit der italienischen Staatsbürgerschaft für Minderjährige befasst.

Das Verwaltungsgericht der Region Latium (TAR Lazio) hielt am Mittwoch, den 12. November, eine Anhörung ab, um über eine Beschwerde gegen das Rundschreiben Nr. 26185 des Innenministeriums vom 28. Mai 2025 zu entscheiden. In der unter der Nummer 8883 registrierten Klage wird die Rechtmäßigkeit der neuen Kategorie „Italienischer Staatsbürger durch Gesetz“ in Frage gestellt, die auf im Ausland geborene Minderjährige italienischer Eltern Anwendung findet.

Einzelheiten der öffentlichen Anhörung vor dem Verwaltungsgericht Latium am 12. November 2025 unter der Leitung von Richterin Antonietta Giudice.
Screenshot des Falls mit der Nummer 202508883 auf der Website der italienischen Verwaltungsjustiz, in dem die Rechtmäßigkeit des Rundschreibens zur Staatsbürgerschaft durch „gesetzliche Vorteile“ in Frage gestellt wird.

Änderungen der Staatsbürgerschaftsregeln

Die Kontroverse begann nach dem Inkrafttreten des Gesetzes Nr. 74 vom 23. Mai 2025, das das Gesetz Nr. 91/1992, die Grundlage des italienischen Staatsbürgerschaftsrechts, änderte. Die Reform hob die automatische Anerkennung der Staatsbürgerschaft für viele im Ausland Geborene auf und führte neue Voraussetzungen ein: eine formelle Erklärung der Eltern und einen Wohnsitznachweis für Minderjährige.

Wenige Tage später veröffentlichte das Innenministerium ein Rundschreiben zur Orientierung von Gemeinden und Konsulaten. In der Beschwerde wird behauptet, dass das Dokument ohne Rechtsgrundlage die Kategorie „kraft Gesetzes“ geschaffen habe. (beneficio di legge), ein Begriff, der im ursprünglichen Gesetzestext fehlt.

Rechtsgrundlage und Argumente der Berufung

Obwohl der Begriff „gesetzlicher Vorteil“ in der Rechtslehre für Fälle verwendet wird, in denen die Staatsbürgerschaft nicht automatisch erworben wird, argumentieren die Verfasser der Berufung, dass… Studio Legale Pinelli Schifani & Caronia, Representando a Konföderation der Italiener in der Welt (CIM)Sie argumentieren, dass das Rundschreiben über seine Auslegungsfunktion hinausgeht. Kern der Kritik ist, dass das Dokument administrative Hürden einführt, die im vom Parlament verabschiedeten Gesetz nicht vorgesehen sind.

Zu den wichtigsten rechtlichen Grundlagen gehören:

Fehlende Rechtsgrundlage
Die Autoren behaupten, das Rundschreiben stelle Anforderungen, die über die gesetzlichen Bestimmungen hinausgehen. Artikel 4 Absatz 1-bis des neuen Gesetzes sieht jedoch bereits eine förmliche Erklärung vor. Das Dokument dient somit lediglich der praktischen Anwendung.

Verletzung von Verfassungsgrundsätzen
Ein weiterer Einwand betrifft mögliche Verstöße gegen Verfassungsgrundsätze wie Gleichheit und Achtung internationaler Verträge. Dieses Argument bezieht sich jedoch eher auf das Gesetz Nr. 74 als auf das Rundschreiben. Gerichte wie die in Turin und Mantua haben dem Verfassungsgericht bereits Fragen zur Verfassungsmäßigkeit der Norm vorgelegt.

Verfassungswidrige Rückwirkung
Die Anwendung der neuen Regeln auf Fälle, die vor der Reform verhandelt wurden, wird als problematisch angesehen. So urteilte beispielsweise das Gericht in Campobasso im Urteil Nr. 375/2025, dass das Dekretgesetz nicht rückwirkend angewendet werden könne, wodurch der Grundsatz der Rechtssicherheit gewahrt bleibe.

Mögliche Entscheidungen von TAR Lazio

Obwohl das TAR (Regionale Verwaltungsgericht) nicht die Befugnis hat, ein Gesetz für verfassungswidrig zu erklären, gibt es drei mögliche Ergebnisse:

1. Ablehnung
Stellt das Gericht fest, dass sich die Kritikpunkte auf das Gesetz und nicht auf das Rundschreiben beziehen, kann die Berufung zurückgewiesen werden.

2. Teilweise Annahme
Stellt die Behörde fest, dass das Rundschreiben die gesetzlichen Grenzen überschreitet, kann sie einzelne Punkte des Verwaltungstextes für ungültig erklären.

3. Vorlage an das Verfassungsgericht
Das bedeutendste Szenario wäre die Weiterleitung des Falls an das Verfassungsgericht, nach dem Beispiel anderer Gerichte, die bereits die Gültigkeit der neuen Gesetzgebung in Frage stellen.

Das Urteil, das in den kommenden Tagen erwartet wird, wird für Tausende von Familien, die nach den im Jahr 2025 in Kraft tretenden Änderungen die Anerkennung der italienischen Staatsbürgerschaft für ihre minderjährigen Kinder anstreben, von entscheidender Bedeutung sein.

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