Monate nachdem die Anerkennung der italienischen Staatsbürgerschaft eingeschränkt worden war, beschloss die Regierung, ihre Aufmerksamkeit den rund 80 Millionen Menschen italienischer Abstammung zuzuwenden, die über die ganze Welt verstreut sind.
Doch diesmal scheint das Interesse weniger mit historischen Verbindungen zu tun zu haben, sondern vielmehr mit dem wirtschaftlichen Potenzial eines Publikums, das Tourismus, Kultur und Konsum im Zusammenhang mit der italienischen Identität antreibt.
Antonio Tajani, Vizepremierminister, und Matteo Piantedosi, Innenminister, erwarteten in Avellino die neues Pilotprojekt für Roots TourismDie Initiative zielt darauf ab, die Verbindung zwischen Italien und seiner globalen Diaspora zu stärken und geht der nationalen Präsentation voraus, die für den 21. November in Rom geplant ist.
Kontakt zu Italienern im Ausland
Der Vorschlag zielt darauf ab, Menschen, die weit entfernt von ihrer Heimat leben, einander näherzubringen. Farnesina erklärt, dass Roots Tourism die familiären, kulturellen und territorialen Bindungen stärken will. Die Strategie soll außerdem Reisen in Dörfer und kleine Gemeinden fördern, wo die Geschichten bewahrt werden, die die Identität von Millionen von Nachkommen prägen.
Teil des PNRR
Seit 2022 koordiniert das Außenministerium die Initiative PNRR (Piano Nazionale di Ripresa e Resilienza, Italiens Nationaler Wiederaufbau- und Resilienzplan) zum Thema „Wurzeltourismus“. Es wurden gedruckte und digitale Reiseführer mit Routenvorschlägen für verschiedene Regionen des Landes entwickelt. Eine Vereinbarung mit RAI (dem italienischen Staatsfernsehen) sieht zwanzig Fernsehbeiträge über italienische Gemeinden mit Migrationsgeschichte vor.
Tajanis Aussage
Bei der Veranstaltung in Avellino erklärte Antonio Tajani, dass die Initiative ausgeweitet werden soll. Er sagte: „Am 21. November werden wir in Rom zeigen, wie dieses Modell auf weitere Gemeinden und Regionen Latiums und Apuliens übertragen wird.“ Der Minister betonte, dass die Rückreise ein kulturelles Erlebnis mit entsprechenden Serviceleistungen sein solle.
Das Gewicht von 80 Millionen Nachkommen
Italien schätzt, dass weltweit über 80 Millionen Menschen italienische Vorfahren haben. Die meisten leben in Lateinamerika und Nordamerika. Für viele bietet der sogenannte Roots-Tourismus die Möglichkeit, sich wieder mit Familientraditionen zu verbinden und die Beziehungen zu Dörfern und Städten, die Teil ihrer persönlichen Geschichte sind, neu zu knüpfen.
Mit der Neuauflage des Programms zielt die Regierung auf diese globale Gemeinschaft ab. Die Strategie verfolgt das Ziel, emotionales Interesse in kulturelle Projekte und lokale Entwicklung umzuwandeln und so die Bindung zwischen Italien und seinen Nachkommen zu stärken.




























































