Parallel zur vornehmen Via Toledo in Neapel verläuft das Labyrinth der engen Gassen der Quartieri Spagnoli. Das Viertel entstand im 16. Jahrhundert während der spanischen Herrschaft und wurde ursprünglich als Unterkunft für Soldaten angelegt, entwickelte sich jedoch bald zu einem Zentrum der Prostitution und des Schmuggels.
Heute repräsentiert das verwandelte Viertel die Essenz des neapolitanischen Lebens mit Einwohnern, die Traditionen, Glauben und ein starkes Gemeinschaftsgefühl pflegen.
Manche sagen, dass das Viertel mit seinen engen Gassen, den aus den Fenstern hängenden Kleidern und dem pulsierenden Straßenleben einigen Gemeinden in Rio de Janeiro ähnelt.
Zwischen Gassen, Kleideraufhängungen und Handwerksbetrieben
In den letzten Jahren wurde das Viertel revitalisiert. Die Gassen, die durch die auf den Wäscheleinen hängenden Kleidungsstücke bunt gefärbt sind, verfügen noch immer über Terrassen, Innenhöfe und offene Fenster, die das alltägliche Leben offenbaren.

Tagsüber können Sie in Ruhe umherschlendern. Es gibt Kunsthandwerksbetriebe, die Taschen und Schuhe in Handarbeit herstellen, sowie Trattorien, die einfache, köstliche Gerichte servieren.
Eines der bekanntesten Lokale ist das Restaurant Nennella, das für seine Kombination aus gutem Essen und entspannter Atmosphäre bekannt ist.

Traditionen, Glaube und Volksfeste
Trotz der Graffiti sind in den Gassen beleuchtete Oratorien und Liebessprüche zu sehen. Der Glaube ist allgegenwärtig. Sonntags kleiden sich die Bewohner für die Messe. Am 8. Dezember, dem Tag der Unbefleckten Empfängnis, ist es Tradition, den Altar Unserer Lieben Frau zu besuchen und die Krippe aufzubauen.
Die Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit der Spanier in der Via Trinità degli Spagnoli bewahrt das spanische Erbe der Region. In der Nähe, im Vico della Tofa, gibt es kuriose Geschichten, wie die von der Muschel, die Geräusche ähnlich wie Hafensirenen aussendet.

Kirchen und Symbole der neapolitanischen Frömmigkeit
Andere Kirchen halten die lokale Religiosität lebendig. Die Kirche Sant'Anne di Palazzo beispielsweise wurde auf einem Grundstück erbaut, das 1572 der Rosenkranzkongregation geschenkt wurde. Mit Eingriffen barocker Künstler spiegelt sie die adelige Vergangenheit der Umgebung wider.
Bemerkenswert ist auch die Wallfahrtskirche Santa Maria Francesca delle Cinque Piaghe. Dort befindet sich der sogenannte „Fruchtbarkeitsstuhl“, auf dem Frauen für eine Schwangerschaft beten. Fotos und bunte Bänder markieren den Weg zum wundersamen Sitz.
Die 1715 geborene Heilige gilt als Mitpatronin von Neapel. Sie empfing die Wundmale Christi und starb im Alter von 76 Jahren am selben Ort wie das Heiligtum, das heute von Gläubigen aus der ganzen Stadt besucht wird.






























































