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Staatsbürgerschaft

Italien verabschiedet Dekret zur Beschränkung der Staatsbürgerschaft auf Kinder und Enkel italienischer Staatsbürger

Der Ministerrat verabschiedet ein Dekret, das die Staatsbürgerschaft durch Abstammung auf maximal zwei Generationen begrenzt. Maßnahme ist bereits in Kraft.

Minister Antonio Tajani während einer Pressekonferenz zur Reform der italienischen Staatsbürgerschaft in Rom | Foto: Offenlegung/Regierung
Minister Antonio Tajani während einer Pressekonferenz zur Reform der italienischen Staatsbürgerschaft in Rom | Foto: Offenlegung/Regierung

Der italienische Ministerrat hat am Freitag, dem 28., ein Maßnahmenpaket verabschiedet, das die Regeln für die Anerkennung der italienischen Staatsbürgerschaft ändert. Der Vorschlag, das sogenannte „Staatsbürgerschaftspaket“, wurde vom Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten und Internationale Zusammenarbeit (MAECI) erarbeitet.

Die neuen Regeln sind seit Mitternacht des 27. März mit sofortiger Wirkung in Kraft, müssen aber noch innerhalb von 60 Tagen vom Parlament in ein Gesetz umgewandelt werden. DER Italienismus wartet auf eine Kopie des Dekrets, das im Laufe des Tages veröffentlicht werden soll.

Ziel sei es, heißt es in einer Mitteilung von Farnesina, die effektive Verbindung zwischen Bürgern im Ausland und Italien zu verbessern. Minister Antonio Tajani erklärte, dass „das Prinzip der ius sanguinisViele Nachkommen werden weiterhin die italienische Staatsbürgerschaft erwerben können, doch es wird klare Beschränkungen geben, um Missbrauch oder den Verkauf von Pässen zu verhindern. Die Staatsbürgerschaft sollte ernst genommen werden.“

Generationengrenze und Verbindung zu Italien

Das Dekret legt fest, dass nur im Ausland geborene Nachkommen bis zur zweiten Generation – also Kinder oder Enkel von Italienern – automatisch Anspruch auf die italienische Staatsbürgerschaft haben. Die Maßnahme ist bereits in Kraft.

Der Standard Davon nicht betroffen sind Personen, deren Staatsbürgerschaft bereits vor Mitternacht des 27. März 2025 anerkannt wurde oder deren Verfahren noch in Bearbeitung sind.. Für diese Fälle gelten weiterhin die bisherigen Regelungen.

Die zweite Phase der Reform, die mit einem neuen Gesetzentwurf eingeleitet wird, verlangt den Nachweis tatsächlicher Bindungen an Italien. Personen, die im Ausland geboren wurden und dort leben, müssen mindestens einmal alle 25 Jahre in Italien ihre Rechte ausüben oder staatsbürgerliche Pflichten erfüllen, beispielsweise wählen gehen oder einen Reisepass beantragen.

Journalisten verfolgen die Rede der Minister in Rom | Foto: Reproduktion/Regierung
Journalisten verfolgen die Rede der Minister in Rom | Foto: Reproduktion/Regierung

Konsolen stellen die Auftragsbearbeitung ein

Die Reform sieht die Einrichtung einer zentralen Stelle im Außenministerium (Farnesina) in Rom vor, die über Einbürgerungsanträge entscheidet. Die Dienstleistungen der Konsulate werden auf bereits einbürgernde Personen beschränkt, wobei der Schwerpunkt auf der Ausstellung von Pässen und anderen Dokumenten liegt.

Für die Implementierung des neuen Systems wird es eine Übergangszeit von etwa einem Jahr geben. Die Regierung kündigte außerdem die Modernisierung der Zivilstands-, Legalisierungs- und Personalausweisdienste an.

Steuererhöhung und Kritik an der Reformhetze

Die Gebühr für die Beantragung der Staatsbürgerschaft ist hoch. Nach einer Erhöhung von 300 auf 600 Euro im Januar wird der Betrag mit der neuen Gesetzgebung 700 Euro erreichen.

Die beschleunigte Verabschiedung des Dekrets sorgte für Überraschung. Der Text trat sogar noch vor der Gesetzesumwandlung in Kraft – ein Verfahren, das normalerweise Notsituationen wie Pandemien oder Konflikten vorbehalten ist.

Rechtsexperten und Vertreter italienischer Gemeinden im Ausland kritisierten den Mangel an öffentlicher Debatte und den kurzen Zeitrahmen für die Anpassung an die neuen Regeln – sie wiesen sogar auf Rechtswidrigkeiten hin.

Außenminister Antonio Tajani verteidigt die Änderung, um Missbrauch bei der Anerkennung der Staatsbürgerschaft zu vermeiden | Foto: Reproduktion
Ministerrat trifft sich in Rom, um das Dekret zu veröffentlichen | Foto: | Foto: Reproduktion/Regierung

Bürgermeister und Richter forderten Veränderungen

Mit ihrer Entscheidung reagiert die Regierung auch auf internen Druck. Bürgermeister kleinerer Städte, die mit Rechtsfällen überlastet sind, berichten von Schwierigkeiten bei den örtlichen Standesämtern. Konsulate und Richter hatten auf strukturelle Einschränkungen bei der Bewältigung der steigenden Nachfrage hingewiesen.

„Italienischer Staatsbürger zu sein, ist eine ernste Angelegenheit, ebenso wie die Gewährung der Staatsbürgerschaft. Leider kam es zu Missbräuchen und Anfragen, die über das wahre Interesse unseres Landes hinausgingen“, sagte Tajani auf einer Pressekonferenz. (siehe hier, auf Italienisch).

Porta: „Regierung hat den Italienern weltweit den Krieg erklärt“

Der Abgeordnete Fabio Porta von der Demokratischen Partei (PD) kritisierte die neuen Maßnahmen scharf.

„Falls noch jemand Zweifel hatte, sind diese nun ausgeräumt: Die Regierung Meloni-Tajani-Salvini hat den Italienern auf der ganzen Welt den Krieg erklärt – Rentnern, Arbeitslosen, Menschen italienischer Abstammung. Noch nie wurden so viele Bestimmungen in so kurzer Zeit und mit so viel Heftigkeit verabschiedet wie in den letzten Monaten. Und vor allem im Hinblick auf die jüngsten Entscheidungen des Ministerrats zur Staatsbürgerschaft, die mit wenig Respekt für das Parlament und noch weniger für das System der Vertretung der Italiener im Ausland angekündigt wurden. In solch heiklen Angelegenheiten kann man nicht im Notfall und übereilt eingreifen. Wir werden die vollständigen Texte lesen und die parlamentarischen Phasen abwarten, um ernsthaft und angemessen einzugreifen, mit dem Respekt, der uns auszeichnet – und der dieser Regierung offensichtlich fehlt“, sagte er in einer Erklärung.

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