Inmitten der anhaltenden Krise in Venezuela beschreibt Giovanni, ein pensionierter Italiener in seinen Siebzigern, seinen Alltag in Angst und Not. Er lebt in Maracay, einer Stadt 100 Kilometer von der Hauptstadt Caracas entfernt, wo er mit galoppierender Inflation, täglichen Stromausfällen und politischer Repression zu kämpfen hat.
Trotz seines italienischen Passes entschied sich Giovanni, im Land zu bleiben. „Wir leben in ständiger Angst. Wer als Gegner gilt, kann im Gefängnis landen“, sagte er telefonisch. Seinen Angaben zufolge überwacht die Polizei Nachrichten und soziale Netzwerke und zwingt die Bevölkerung so zur Selbstzensur.
In den letzten Monaten mehrten sich die Gerüchte über eine mögliche US-Offensive gegen Drogenhändler mit Verbindungen zur venezolanischen Regierung. „Davor haben wir keine Angst. Wir haben Hoffnung“, erklärte Giovanni. Laut ihm sieht die italienische Gemeinde vor Ort – die sich hauptsächlich aus Nachkommen von Einwanderern zusammensetzt – ein amerikanisches Eingreifen als möglichen Ausweg aus der Krise.
Derzeit Rund 130 Italiener mit Pass leben in Venezuela., nach Angaben der AIR (Anagraph des italienischen Residenti all'Estero)Die Zahl der Nachkommen mit italienischen Wurzeln dürfte jedoch eine halbe Million übersteigen. Viele haben ihre Wurzeln in Regionen wie Venetien und Süditalien, was auf die intensive Migration nach dem Krieg zurückzuführen ist.
In den letzten Jahren hat die Verschlechterung der wirtschaftlichen und politischen Lage zu einem deutlichen Anstieg der Nachfrage nach der italienischen Staatsbürgerschaft über den offiziellen Weg der nationalen Staatsbürgerschaft geführt. Jus Sanguinis (Blutsrecht). Konsulate und die Botschaft in Caracas verzeichneten sogar lange Warteschlangen und einen Anstieg der Anfragen – und Korruption, wie Italianismo in dem Artikel „Italien ermittelt wegen gefälschter Staatsbürgerschaft für einen Verbündeten von Nicolás Maduro".
Giovanni, der im Ruhestand weniger als einen Dollar im Monat bezog, prangert die Korruption im Land an. „Sie haben alles gestohlen. Sie stehlen immer noch alles“, sagte er der Zeitung Il Messaggero. Er erwähnte auch den Fall von Alberto Trentini, einem italienischen Entwicklungshelfer, der elf Monate lang ohne klare Begründung inhaftiert war.
Die italienische Gemeinde im Land, die der Regierung größtenteils kritisch gegenübersteht, blickt mit Ungewissheit in die Zukunft. „Die größte Befürchtung wären Vergeltungsmaßnahmen des Regimes nach einer internationalen Offensive“, so Giovanni abschließend.























































