Europäische Fluggesellschaften haben in diesem Frühjahr Hunderte von Flügen gestrichen. Dieser Schritt erfolgt angesichts steigender Treibstoffpreise und der Instabilität im Nahen Osten. Die Auswirkungen könnten monatelang anhalten.
Die Situation beeinträchtigt bereits die Reisenden durch Reiseausfälle, Verspätungen und erhöhte Ticketpreise. Unternehmen der Branche warnen vor längerfristigen Auswirkungen.
Hauptgrund
Der Hauptfaktor sind die gestiegenen Treibstoffkosten.
Aufgrund des verlangsamten Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus erreichte der Preis für Brent-Rohöl 120 US-Dollar pro Barrel. Laut Reuters verdoppelten sich die Kosten für Kerosin in Europa und… In Asien stieg der Wert um mehr als 70 %..
SAS-Sprecherin Alexandra Lindgren Kaoukji erklärte, dass „der starke Anstieg der Treibstoffkosten das gesamte europäische Luftfahrtsystem beeinträchtigt“.
Sie fügte hinzu, dass die Preisanpassungen in Erwartung des globalen Kostenschocks vorgenommen wurden.
Am stärksten betroffenen Strecken
Am stärksten betroffen sind Flüge, die in den Nahen Osten führen oder dessen Luftraum durchqueren.
Mehrere Fluggesellschaften haben ihre Flüge zu Zielen wie Israel, Dubai und Doha eingestellt. Darüber hinaus werden Flugrouten umgeleitet, um Risikogebiete zu meiden.
Unternehmen mit Stornierungen
SAS, eine Fluggesellschaft mit Sitz in Dänemark, Norwegen und Schweden, kündigte allein im April die Streichung von 1.000 Flügen an. Die meisten der jüngsten Flugstreichungen betrafen Inlandsstrecken innerhalb Norwegens.
Auch andere Unternehmen haben Maßnahmen ergriffen:
Air France hat die Flüge nach Beirut, Tel Aviv, Dubai und Riad eingestellt.
Norwegian Air hat Flüge nach Dubai im Winter gestrichen und neue Strecken verschoben.
Air Europa hat die Flüge nach Tel Aviv bis zum 10. April ausgesetzt.
British Airways hat den Flugbetrieb nach Dubai, Doha, Bahrain, Amman und Tel Aviv eingestellt, viele Ziele bis zum Sommer.
ITA Airways hat Flüge nach Dubai bis zum 28. März und nach Tel Aviv bis zum 9. April gestrichen.
KLM hat die Flüge nach Tel Aviv über den gesamten Winter und in Städte wie Dubai und Riad bis zum 28. März ausgesetzt.
Die Lufthansa Group hat die Flüge nach Dubai bis zum 28. März und nach Tel Aviv bis zum 9. April gestrichen.
Wizz Air hat die Flüge nach Israel bis zum 29. März und zu mehreren Zielen im Nahen Osten bis September ausgesetzt.
Aegean hat Flüge in Städte wie Beirut, Tel Aviv und Amman bis April und zu anderen Zielen bis Mai gestrichen.
Finnair hat die Flüge nach Dubai bis zum 29. März und nach Doha bis zum 2. Juli gestrichen.
Dauer der Maßnahmen
Es gibt keine festgelegte Frist.
Die Dauer hängt von der Entwicklung des Konflikts im Nahen Osten und der Stabilität der Kraftstoffpreise ab. Branchenvertreter gehen davon aus, dass dieses Szenario anhalten wird.
Auswirkungen auf die Preise
Der Trend geht zu steigenden Fahrpreisen.
Aufgrund höherer Kosten und eines geringeren Flugangebots geben die Fluggesellschaften bereits einen Teil der Auswirkungen an die Passagiere weiter.
Laut SAS könnte der durchschnittliche Ticketpreis um 500 schwedische Kronen, umgerechnet etwa 40 Pfund, steigen. Transatlantikflüge hingegen könnten um 2.700 Kronen, umgerechnet etwa 218 Pfund, teurer werden.
Die Air France-KLM-Gruppe bestätigte ebenfalls eine Erhöhung der Flugpreise für Langstreckenflüge.
Bislang wurden die Flüge nach Brasilien noch nicht gestrichen, die Flugpreise sind aber bereits höher.












































